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Haunted Media Factory

Ich arbeite gerne nachts. Die Rolle der Nacht? Nicht das Licht erlöst, sondern das Verschwinden der Sonne.

Ja, eine Umkehrung der üblichen Symbolik – als würde die Helligkeit schmerzen, während Dunkelheit Befreiung verspricht. Die Nacht ist kein Ort des Schreckens, sondern ein Übergangszustand, vielleicht sogar die einzige Phase, in der man sich „erheben“ kann.

Waiting for your precious sun to go down
To lift my spirit from this ground

Der Text ist aus „Dead Books I Hold“ und ja, kommt noch. Später. Nicht jetzt.

Ruhe. Der Lärm des Tages verstummt. Die Affen legen sich schlafen, hören auf, sich gegenseitig mit ihren Exkrementen zu bewerfen. Schreien nicht mehr herum, versuchen nicht, einander zu dominieren, sich mit ihren überdimensionierten Vehikeln und toten Schottergärten zu übertrumpfen…

In der Ruhe der Nacht kann ich meinem Chaos freien Lauf lassen, den Dämonen einen Freigang gewähren. Ein ungestörtes Miteinander und ein gemeinsames Wirken. Wie ein Coworking Space mit alten Gespenstern. Ich mache gerne Kunst. Ich mache Musik, male, zeichne, schreibe und tue was mir sonst noch so einfällt und guttut.

Dämonen kann man auch in Kunst sperren. So werden sie nicht Realität, oder zumindest werden sie eine andere Art von Realität. Soll man doch so machen, oder? Manche Dämonen wollen aber auch ausgelebt werden… Wo bleibt denn sonst der Spaß?

So will ich mich an nichts mehr binden
Dem schnöden Wahnsinn hier entschwinden
Will von nun an meinen Träumen weben
Meinen Geist in andre Welten heben
Und dann schweben…

Und… Der Tod ist auch faszinierend, oder etwa nicht? Auf Bildern, in Musik und im Leben… Ha ha… Wir warten doch alle darauf.

Ich tue mal so, als wäre ich tot.